Forderungen und Selbstverständnis

des Klimabündnis Magdeburg

- Version vom 09.07.2021 -

Wir, das Klimabündnis Magdeburg, sind ein Zusammenschluss zivilgesellschaftlicher Akteur*innen mit einem gemeinsamen Ziel: eine klimagerechte und enkeltaugliche Stadt Magdeburg bis 2035. Dafür wollen wir eine starke zivilgesellschaftliche Lobby aufbauen, die die Interessen einer zukunftsorientierten Stadtgesellschaft vertritt, die Verantwortlichen bestärkt, dieses Ziel konsequent zu verfolgen und dabei  unterstützt.
Diese große Aufgabe muss interdisziplinär, generationenübergreifend und institutions-übergreifend angegangen werden.

Das Ziel, Magdeburg bis 2035 klimaneutral zu gestalten, hat der Stadtrat 2019 beschlossen [1]. Der Masterplan 100% Klimaschutz bis 2050 existiert bereits seit 2016 [2]. Bisher erwirkte, konkrete Fortschritte bleiben jedoch hinter den genannten Zielen insbesondere mit Blick auf 2035 weit zurück.

Wir fordern deshalb von der Stadt, dass zeitnah …

  1. die Maßnahmen und deren Fortschritte des Masterplans transparent gemacht, engmaschig evaluiert und mit neuen anknüpfungsfähigen Maßnahmen für die Zielsetzung 2035 erweitert werden,
  2. eine umfassende Sensibilisierung der gesamten Verwaltung und Gesellschaft für die dringende Notwendigkeit von Klimagerechtigkeit organisiert wird,
  3. Formate für die aktive Mitbestimmung der breiten Zivilgesellschaft in Fragen der Gestaltung und Umsetzung von Klimaschutzmaßnahmen gefördert, entwickelt und realisiert werden,
  4. wichtige strukturelle Bedingungen für eine partizipative, effektive und
    zielorientierte Umsetzung von Klimaschutzmaßnahmen innerhalb der Verwaltung geschaffen werden (z.B. Klimadezernat / Klimabeirat / Klimaausschuss) und
  5. eine ergebnisorientierte Ausstattung mit personellen als auch finanziellen Ressourcen für diese große Transformationsaufgabe bereit gestellt wird.

Grundlage unseres Handelns ist der Ansatz der verteilten Verantwortung bei der Einhaltung des 1,5°-Ziels (Pariser Abkommen). Neben den jeweils national organisierten Maßnahmen, sind vor allem Kommunen und Regionen verantwortlich, Klimaschutz zu fördern und vor Ort umzusetzen.

Wir als Mitglieder / Mitgliedsorganisationen des Bündnisses nutzen unsere Ressourcen, Expertisen und Reichweiten, um den oben genannten Forderungen genügend Geltung zu verschaffen, die entsprechenden Maßnahmen zu unterstützen und dabei zu begleiten. Dabei ist die Bürger*innen-Beteiligung ein Schwerpunkt unserer Arbeit.

Wir stehen dafür im regelmäßigen Austausch untereinander, arbeiten deliberativ (konsensorientiert) an Positionen und bündeln unsere Kräfte für eine gemeinsame Vision: Die sofortige und langfristige Sichtbarkeit einer konsequenten und sozial-gerechten Klimaschutzpolitik in Magdeburg.

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Grundsätze der Zusammenarbeit

Wir verstehen uns als inklusive, kooperative und undogmatische Gruppe, die sich dabei jeglicher Form von Diskriminierung entgegenstellt.
Dabei arbeiten wir kritisch und dynamisch an unserer Sichtweise, üben uns in
Selbstreflexion und fördern eine offene und konstruktive Fehlerkultur. Wir kommunizieren und diskutieren wertschätzend und lösungsorientiert. In unserer Arbeit interagieren und kooperieren wir mit den stadteigenen Institutionen, bleiben dabei jedoch unabhängig. Wir sind offen für alle Gruppen und Menschen, die unser
Selbstverständnis teilen.

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[1] Beschluss-Nr. 123-003(VII)19 „Klimaschutz umsetzen – Klimakrise
bewältigen!“ ~ https://www.klimabuendnis.org/fileadmin/Inhalte/2_Municipalities/Climate_Emergency/Magdeburg_Klimaschutz_umsetzen_-_Klimakrise_bew%C3%A4ltigen.pdf
[2] Beschluss „Masterplan 100% Klimaschutz“ für die Landeshauptstadt Magdeburg ~ https://ratsinfo.magdeburg.de/to0050.asp?__ktonr=343503